Großbautellen verschlingen nicht nur große Geldsummen, sondern sie verlangen auch nach viel Organisation. Heute blicken wir hinter die Projekte der Landesgartenschau in Lahr und erklären welche Arbeiten gemacht werden mussten und welche Maschinen zum Einsatz kamen.

 

PRESSEMITTEILUNG

Treffpunkt Grün: Vortragsreihe „Garten Aktuell“ 05.09.2018 lu Lahr, 04.09.2018

 

 

Mit großem Gefährt – Großprojekte zum Anfassen Fachvortrag mit Simon Engelhardt, Techniker

 

Im Rahmen der Reihe „Garten Aktuell“ berichtete Techniker Simon Engelhardt, von TEAM GRÜN Furtner-Althaus aus Elzach, am Treffpunkt Grün und im TEAM GRÜN-Schaugarten auf der Landesgartenschau Lahr darüber, wie beim Großprojekt Landesgartenschau großes Gefährt zum Einsatz kam. Simon Engelhardt gab einen interessanten Einblick hinter die Kulissen der Entstehung des Gräser- und Schilffeldes und des Ufergartens im Seepark und des Spielplatzes im Bürgerpark. Bei Großprojekte in diesem Umfang kommen Baumaschinen zum Einsatz, die beim Gartenbau eher untypisch sind. Das Projekt Schilf- und Gräserfeld startete schon im Oktober 2016, als im Seepark weder Wasser noch Seerestaurant vorhanden waren. Die Fläche war vom Tiefbau vorbereitet und vom Vermesser abgesteckt worden. In die aufgeschüttete Erde mussten Wege geschnitten und ausgegraben werden. Eine Aufsitzwalze kam hier zum Einsatz, das erste für Garten- und Landschaftsbaubetriebe eher ungewöhnliches Gerät. Nachdem das mannshohe Unkraut entfernt war (zwei LKW-Ladungen!) kam der Tiefenlockerer zum Einsatz, um durch tiefgründige Lockerung des Bodens den Ablauf des Wassers zu erleichtern. Darauf folgend kamen die Fräse und die Kreiselegge zum Einsatz, um den Boden für die Pflanzung vorzubereiten. Insgesamt wurden 25 000 Gräser (vier LKW-Ladungen!) von Hand eingepflanzt. Am Tag vor Weihnachten wurde der Rasen für die Zwischenwege im Gräserfeld eingesät, so ist er schön eingewachsen. Die Unkrautpflege wurde im Frühjahr auf allen Flächen angegangen, Ampfer und Winde wurden mühselig ausgestochen. Der Schilfgürtel am See entlang wurde gepflanzt, bevor überhaupt Wasser im See war. Er musste den ganzen Sommer lang gewässert und durchgebracht werden. So sind die 9 000 Pflanzen jetzt schön groß gewachsen. Das Wasser stand lange Zeit nur etwa 30 cm hoch, um die Abdichtung zu schützen. Der Ufergarten hatte im November 2016 den Baustart. Vom Vermesser wurden die Höhen abgesteckt. 350lfm Gabionenkörbe wurden gebunden und mit 180cbm Gabionenschotter gefüllt. 2500 Stück Wasserpflanzen fanden hier ihre neue Heimat. Die Einpflanzung der Seerosen musste, im Gegensatz zum Schilfgürtel, auf einen höheren Wasserspiegel des Sees warten. Landschaftsgärtner sind bei jedem Wetter bei der Arbeit, auch wenn bei dem vielen Regen im letzten Jahr Baumaschinen und sogar mal ein LKW im Schlamm stecken blieben. Nur an einem Tag musste die Arbeit ganz ausgesetzt werden. Die Bauarbeiten am großen Spielplatz und der Kita+ im Bürgerpark starteten im September 2017. Ein Projekt in dieser Größenordnung war auch für die Gartenbaufirma TEAM GRÜN Furtner-Althaus neu. Das Gelände, das sie vorfanden war ca. 1m tiefer als benötigt, ein großer 25to Bagger musste zum Einsatz kommen, um die Fläche vorzubereiten und mit den großen Erdmassen zurechtzukommen. Zu Beginn wurden für die Versorgung der Wasserspiele die Leitungen verlegt, dann die Fundamente der Mauern gegossen. Die Sandsteine der Mauern sind 1m dick und zum Teil 3m hoch und stammen aus einem Steinbruch im Elsass. Insgesamt waren es 300to Sandstein, die großen wiegen 14-23t pro Stück. Sie wurden mit Sattelzügen gebracht und dann mit dem Autokran bewegt. Parallel dazu fanden in der Kita+ Arbeiten an den Wegen, Einfassungen, Pflaster- und Rasenflächen statt, da die Eröffnung der Kita+ schon im März 2018 war. Bis zum Tag vor der Eröffnung der Gartenschau wurde noch fleißig an den letzten Details gearbeitet.

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